{"id":921,"date":"2023-05-09T08:30:29","date_gmt":"2023-05-09T06:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/?p=921"},"modified":"2024-05-12T11:37:55","modified_gmt":"2024-05-12T09:37:55","slug":"das-prinzip-demokratie-auch-in-der-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/das-prinzip-demokratie-auch-in-der-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Demokratie auch in der Wirtschaft!"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-extra-large-font-size\">F\u00fcr eine Abschaffung des unsere \u00d6konomie dominierenden oligarchischen Prinzips<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-twentytwentyone-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1232\" srcset=\"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-300x225.jpg 300w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-768x576.jpg 768w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_7726photo-1568x1176.jpg 1568w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Ein Gespenst geht um in meinem Kopf. <\/em>\ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle wollen eine demokratische Gesellschaft. Weshalb aber denken wir dabei nur an die Politik, also an die Entscheidungsfindungen in unserem Staat, unseren Kantonen, St\u00e4dten und Gemeinden? Und akzeptieren dabei, ohne es uns bewusst zu sein, dass unsere Wirtschaft von oligarchischen Prinzipien geleitet wird? Im Bereich der \u00d6konomie hinterfragen bisher auch wir in der Schweiz, die wir auf unsere Demokratie stolz sind, kaum die Tatsache, dass vergleichsweise wenige Verm\u00f6gende und Bildungseliten die Macht  \u00fcber die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung haben und unsere Leben dadurch in grossem Mass bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele unserer gesellschaftlichen Probleme, welche wir, da sie uns alle betreffen, mit demokratischen Verfahren regeln sollten, betreffen (auch) \u00f6konomische Themen. F\u00fcr unsere Einkommen sind wir darauf angewiesen, einen Grossteil unseres Alltags mit Erwerbsarbeit zu verbringen. Die Wirtschaft bestimmt deshalb unsere Lebensgestaltung in hohem Ausmass. Ausserdem ist sie der Bereich unserer Gesellschaft, durch den wir mit all den G\u00fctern und Dienstleistungen versorgt werden &#8211; respektive wo wir diese produzieren -, die wir Menschen zu einem guten Leben brauchen und konsumieren. Die Art und Weise, wie wir dies tun, ist auch f\u00fcr die Zukunft der Menschheit, der Umwelt, des Klimas, der Biodiversit\u00e4t und der zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen unseres Planeten von grosser Bedeutung. Die Wirtschaft ist also etwas, was uns alle zutiefst betrifft. Gleichzeitig scheint es uns nicht immer klar zu sein, dass sie f\u00fcr die Menschen da ist und nicht umgekehrt. Unsere Wirtschaft ist weit davon entfernt, nach demokratischen Prinzipien zu funktionieren, sondern innerhalb ihres Einflussbereichs herrschen nach wie vor oligarchische Prinzipien. Diese werden bisher bloss durch staatliche Regeln ein wenig gez\u00e4hmt. Die Politik hinkt den oft rasanten wirtschaftlichen Entwicklungen aber nicht nur hinterher, sondern betreibt nicht selten bloss Kosmetik. Dies bedeutet, dass die Bev\u00f6lkerungsmehrheit kaum Einfluss hat. Und das, obwohl wir uns als Demokratie verstehen. K\u00f6nnte genau dies ein Grund\u00fcbel sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist meines Erachtens dieses strukturelle Problem in unseren westlichen kapitalistischen und (deshalb nur teilweise) demokratischen Staaten, welches zu vielen unserer gr\u00f6ssten gesellschaftlichen Schwierigkeiten f\u00fchrt. Auch tr\u00e4gt die mangelnde Demokratie in der Wirtschaft dazu bei, dass ein Teil der Bev\u00f6lkerung sich nicht f\u00fcr Politik interessiert, geschweige denn aktiv daran teilhat, oder gar zu staatsfeindlichen Haltungen tendiert. Die Menschen bekommen den Eindruck, an politischen Entscheidungen zu partizipieren, habe ja sowieso kaum einen Einfluss auf ihr Leben. Solche Frustration f\u00fchrt zu Polarisierungen, welche, wenn wir uns nicht darum k\u00fcmmern, grosse Gefahren bergen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Politiker:innen sind zwar teilweise in beiden Sph\u00e4ren t\u00e4tig, sie f\u00fchlen sich aber &#8211; seien wir doch ehrlich! &#8211; in der Funktion der Politiker:innen nicht immer diesem Bereich haupts\u00e4chlich verpflichtet, sondern oft ist ihnen die Wirtschaft wichtiger als die Menschen, welche sie im politischen System vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es br\u00e4uchte f\u00fcr eine fairere, sozialere und nachhaltigere Gesellschaft zweierlei:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine <strong>Demokratisierung der Wirtschaft<\/strong>, d.h. dass jegliche Entscheidungsfindung in Unternehmen und Organisationen in der Macht all ihrer Mitarbeitenden gemeinsam liegt. Also alle, die in einer Firma in irgendeiner Form t\u00e4tig sind, egal welche Funktion sie auf welcher Hierarchiestufe aus\u00fcben, sollen gemeinsam und mittels demokratischer Prinzipien, analog wie wir sie aus staatlichen Strukturen kennen, die jeweilige Unternehmung oder Organisation leiten oder dies delegieren. Selbstverst\u00e4ndlich g\u00e4be es auch hier unterschiedliche Funktionen, in welche die Manager*innen aber gew\u00e4hlt werden m\u00fcssten, und es g\u00e4be klar definierte Regeln, wof\u00fcr nur die Versammlung aller zust\u00e4ndig w\u00e4re und wof\u00fcr an welches gew\u00e4hlte Gremium Entscheidungsbefugnisse delegiert w\u00fcrden. Gewisse \u00fcbergeordnete Regeln, wie das zu geschehen h\u00e4tte, m\u00fcssten selbstverst\u00e4ndlich durch staatliche Vorschriften festgelegt werden. Beispielsweise w\u00e4ren die Mitarbeitenden gemeinsam f\u00fcr die Festlegung der L\u00f6hne respektive Lohnreglemente zust\u00e4ndig. Dies w\u00fcrde, da alle nicht nur ein Interesse an guten Arbeitsbedingungen und fairen Einkommen, sondern auch am Weiterbestehen ihrer Jobs und an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit haben, automatisch mehr gegenseitiges Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Funktionen aus\u00fcbende Mitarbeitende und besseres Teamwork sowie mehr politische Teilhabe und Verantwortungs\u00fcbernahme aller bewirken. Auch w\u00fcrde sich vermutlich l\u00e4ngerfristig die bisher ungute Wertung von Arbeit hinsichtlich hierarchischen Positionen und H\u00f6he des Einkommens in eine w\u00fcnschbare Richtung ver\u00e4ndern, was auch \u00fcbertriebenen Leistungsdruck durch unpassende Jobs mindern und somit die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden f\u00f6rdern w\u00fcrde. Denn wer w\u00fcrde unter solchen neuen Bedingungen schon ein:e \u00fcberforderte:r Chef:in sein oder eine:n solche:n Vorgesetzte:n haben wollen? Im Gegenteil erg\u00e4be sich mehr Freiheit f\u00fcr alle, wirklich individuell passende Berufe zu w\u00e4hlen, ohne deshalb einen Verlust hinnehmen zu m\u00fcssen.<\/li>\n\n\n\n<li>eine <strong>Gewaltentrennung zwischen politischen und wirtschaftlichen Exekutivmitgliedern<\/strong>, d.h. ab einer bestimmten Unternehmensgr\u00f6sse d\u00fcrften deren gew\u00e4hlte Entscheidungstr\u00e4ger:innen nicht gleichzeitig politische \u00c4mter \u00fcbernehmen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Statt uns entweder darin aufzureiben, den Kapitalismus, also die Profitorientierung der Wirtschaft und ihren Antrieb durch Kapital bek\u00e4mpfen zu wollen, oder dies (durch wirtschaftliche und technische Fortschritte n\u00f6tig gemacht) stetig wieder in jedem Detail neu regeln zu m\u00fcssen, k\u00f6nnte es einen Versuch wert sein, die Entscheidungsfindungsprozesse &#8211; die Macht &#8211; innerhalb von Unternehmen und Organisationen zwingend nach demokratischen Prinzipien zu organisieren. Damit entk\u00e4me man m\u00f6glicherweise den gr\u00f6bsten Problemen des Kommunismus, wie sie in den historisch real existierenden Varianten sichtbar wurden, ebenso wie denjenigen des wuchernden Kapitalismus. Stattdessen w\u00fcrden wir das demokratische Prinzip, welches sich bereits im staatlichen Bereich als erfolgreich erwiesen hat, st\u00e4rken und ausweiten. Dies entspricht den Menschen, wie sie realistischerweise sind, bestimmt besser, als die jeweiligen Extreme von Kapitalismus versus Kommunismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft bliebe  durchaus dynamisch, kompetitiv und innovativ (oder wom\u00f6glich w\u00fcrde sich dies noch verst\u00e4rken, da die Mitarbeitenden zufriedener und engagierter sein k\u00f6nnten), aber gleichzeitig w\u00e4re eine sozialere und fairere Verteilung von Einkommen und Reichtum, ebenso wie eine gleichm\u00e4ssigere M\u00f6glichkeit zur Einflussnahme f\u00fcr alle Menschen gew\u00e4hrleistet. Man k\u00f6nnte Armut und Kluften zwischen sozialen Schichten dauerhaft verringern und die Chancengleichheit aller steigern, statt diesbez\u00fcglich immer wieder von Neuem nachzubessern m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-twentytwentyone-border\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1245\" style=\"width:401px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-1568x2091.jpg 1568w, https:\/\/inspeeratio.ch\/weiterdenken\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/IMG_8319photo-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-extra-small-font-size\">\u00a9 Barbara Schumacher, inspeeratio.ch<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Abschaffung des unsere \u00d6konomie dominierenden oligarchischen Prinzips Ein Gespenst geht um in meinem Kopf. \ud83d\ude42 Wir alle wollen eine demokratische Gesellschaft. 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